Das Auto als Lebensgefühl und Emanzipations-Vehikel

Autofahren ist bis heute eine männliche Domäne. Zwei Drittel der jährlich in Deutschland gefahrenen 725 Milliarden Kilometer gehen aufs Konto von Männern. Dabei ist die Geschichte des Automobils eng verknüpft mit den Biografien erstaunlicher Frauen, wie Susanne Gretter in ihrem reich illustrierten Buch „Mutig, mondän, motorisiert“ auf unterhaltsame Weise belegt.

Die verwegenen Automobilistinnen, die nicht nur grandios fahren, sondern auch souverän jeden Öl- und Reifenwechsel durchführen konnten, reichen von der Weltreisenden Clärenore Stinnes, der Rennfahrerin Anita King, den lässig-coolen Abenteurerinnen Annemarie Schwarzenbach und Erika Mann oder der Pionierin Bertha Benz bis zu den Schriftstellerinnen Gertrude Stein und Françoise Sagan.

Auch wenn das Auto heute kaum noch als Emanzipations-Vehikel taugt und sogar als männliches Statussymbol in die Krise gekommen ist, haben die Pionierinnen der Automobil-Ära doch eine Massenbewegung eingeleitet: Exakt 16.342.756 Inhaberinnen einer Fahrerlaubnis verzeichnete das Kraftfahrtbundesamt zum 1. Januar 2018.

 

Susanne Gretter studierte Anglistik, Romanistik und Politische Wissenschaft in Tübingen und Berlin. Sie lebt und arbeitet als Verlagslektorin in Berlin und hat sich unter anderem als Herausgeberin der Reihe „Die kühne Reisende“ einen Namen gemacht. Von 2016 bis 2017 hat Susanne Gretter Autorinnen unserer Agentur bei der Stoffentwicklung unterstützt und zahlreichen Büchern ins Leben geholfen. Dieses hier ist außerhalb der Agenturarbeit entstanden.