»Einen wie ihn hatte die deutsche Literatur damals nicht: einen Romancier, der moralphilosophische Probleme mühelos in einen Roman kleiden konnte; einen Essayisten, der die Leser nicht mit seinen Meinungen traktierte, sondern Ideen entfaltete; einen naturwissenschaftlich orientierten Denker, der immer eine unerwartete Perspektive auf die Welt einnahm – und dabei war er immer unterhaltsam und auf eine altmodische Weise witzig.« – Michael Krüger

Lars Gustafsson nimmt uns in seinem, jetzt posthum erscheinenden Buch noch einmal mit auf eine Reise ins Grenzland zwischen Sprachphilosophie, Logik und Bedeutungstheorie, die an ihrem Ende zu letzten existenziellen Fragen führt. Gibt es Dinge jenseits des Sagbaren, über die wir nicht mehr sprechen können? Welche Bedeutung hat das Nichts? Was bedeutet es, nicht zu existieren? Hat das Sinnlose eine Bedeutung? Was ist Wahrheit, was Lüge, und worin unterscheiden sich beide? Existieren Träume oder nur Traum-Erzählungen? Ist jeder Träumer ein Dichter?

Ausgehend vom Staunen über den seinerzeit rasend schnellen Kommunikationsweg des optischen Telegrafen kreisen die Gedanken des in gleicher Weise naturwissenschaftlich, philosophisch und literarisch versierten Universalgebildeten um die Möglichkeit, mathematische Strukturen für Sprache und Poesie mit bedeutungstheoretischen Ansätzen zu verbinden und fruchtbar zu machen.

Es gelingt ihm dabei, linguistische und logisch-philosophische Probleme nicht nur  verständlich, sondern auch unterhaltsam darzustellen. Hier kehrt der große  schwedische Autor zurück zu seinen Wurzeln, zu Der Tod eines Bienenzüchters,  zu Wittgensteins Philosophie, den Schmerzen und der Endlichkeit.

»Ich bin jetzt tot«, heißt es an einer Stelle dieses letzten Textes, um ein sprachliches Paradox zu veranschaulichen. Heute klingt dieser Satz wie ein schelmischer Ruf, der uns gleichwohl schmerzlich an seine Wirklichkeit erinnert. Da ist es ein Trost, dass Gustafsson in diesem Buch immer wieder auf die Leerstelle zurückkommt, auf das, was nicht mehr ist. Kann etwas oder jemand, das oder der abwesend ist, dennoch den Ton angeben? Dieses Buch zeigt, das genau das möglich ist.

Lars Gustafsson