»In meinem Heimatdorf ging die Sage von einer Kirchenglocke um, die dort im See verschwunden war. Wo sie sich befand, wusste niemand genau zu sagen, doch hin und wieder konnte man sie läuten hören.«

Nachdem Lars Myttings neuer Roman im August letzten Jahres in Norwegen große Wellen schlug, erscheint am 14. Januar im Insel Verlag die deutsche Ausgabe des opulenten historischen Romans „Die Glocke im See“. Schon mit „Die Birken Wissen’s noch“ zeigte Mytting sein Talent für mitreißende Handlung und ausgefeilte Charaktere, mit denen er uns dieses Mal ins Norwegen des späten 19. Jahrhunderts entführt, in eine Geschichte voller Legenden, Aberglaube und Liebe.

Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal: Die junge, wissbegierige Astrid ist anders als die übrigen Mädchen im Dorf. Sie träumt von einem Leben, das aus mehr besteht als Heiraten, Kinderkriegen und am Ende bei der Feldarbeit Sterben. Sehnt sie sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor Kai Schweigaard? Oder entscheidet sie sich für das Neue, Unberechenbare?

Kai Schweigaard hat soeben die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche in Butangen übernommen. Die würde er gerne abreißen und durch eine modernere, größere Kirche ersetzen. Er hat auch schon Kontakt zur Kunstakademie in Dresden aufgenommen, die ihren begabten Architekturstudenten Gerhard Schönauer schickt, der den Abtransport der Kirche nach Dresden und den Aufbau dort überwachen soll. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht.
Astrid verliebt sich in diesen Gerhard. Er ist so anders als die jungen Männer in Butangen. Modern, weltoffen, elegant. Astrid muss sich entscheiden. Wählt sie die Heimat und den Pfarrer oder den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland. Da hört sie  auf einmal die Glocken läuten …

Lars Mytting

Lars Mytting