»Wo soll ich mit dem Ordnen der Tage, der Wochen beginnen«, fragt sich die Erzählerin. Aber warum sich einer Chronologie bedienen, wo Erinnerungen doch kleine Mosaike sind, die nach und nach im Gedächtnis auftauchen.

Erinnerungsanker werden immer wieder ausgeworfen und eingezogen, wodurch sukzessiv ein Bild der zur Künstlerin gewordenen Erzählerin und ihrer Vergangenheit entsteht. Alltägliche Momentaufnahmen, sinnliche und feinsinnige Beschreibungen von Gegenständen und Seelenzuständen sowie einschneidende und scheinbar beiläufige Ereignisse lassen ihre Zeit in New York und Berlin der 1980er- und 1990er-Jahre lebendig und (be)greifbar werden.

Wie viele Tage ist eine stille Meditation über das Leben auf zwei Kontinenten. Sehr poetisch erleben wir ein Sinnieren über vergangene Lebensabschnitte und die Sterblichkeit, Kälte und Geborgenheit, das Verlassensein und darüber, was es heißt Vergangenheiten abzuschließen – oder ist das überhaupt möglich?

Roman, 192 Seiten, Hardcover
Literaturverlag Droschl 2018

A Lesser Day is poetic, disturbing, elegiac, visceral, and beautiful. Scrima paints vivid, detailed memories of places to evoke a web of intimate relationships that emerges gradually from a temporal fog into shocking, unforgettable clarity.”

– Kate Christensen

»My favorite book of 2018: In A Lesser Day, Andrea Scrima addresses, with poetic intensity, alienation and non-belonging as a state of mind in a life lived between two locations toward the end of the twentieth century. The narrator records everyday life in miniatures that brim with sensory input. Everything is equally important, like various parts of a mosaic. The resulting whole, both subtle and haunting, is made up of fragments of fragile places. The density of moods is remarkable; it allows the weather, light, smells, and colors to become physically alive.«

– Esther Kinsky, Süddeutsche Zeitung

A Lesser Day is a miraculous memoir intricately woven out of small wonders. Scrima’s is a world in which nothing is unobserved, nothing unnoticed; everything is fraught with meaning. On the surface an elegy for a father’s death, it ultimately becomes a monument to the human struggle to survive, to remember, to understand, and to love.”

– Robert Goolrick

“A narrative kept closer than a secret, oozing in slow, soft, whispers . . . The work is delicate, yet naked and unapologetic, and our collective consciousness is greater for Spuyten Duyvil publishing this small, wondrous book.”

– The Brooklyn Rail

„Feinsinnige, unglaublich intensive Momentaufnahmen einer Frau über das Verstreichen der Zeit, ihre Einsamkeit, Verlust und Verlassenheit und die Fähigkeit loszulassen.“

– Klaus Bittner, Buchtipps Frühjahr 2018

„Ihre transatlantischen Erinnerungen an das New Yorker Zuhause und die Wahlheimat Berlin in den 1980er und 90er Jahren verknüpft Scrima zu einem geheimnisvollen, schwebend leicht erzählten Gedankengeflecht. Scrima sinniert voll lyrischem Schwung über die Vergänglichkeit von allem, was uns wichtig war, und das allmähliche Schwinden unserer eigenen Tage.“

– René Freudenthal, Carl-Schurz-Haus, April 2018

»…es ist, als würden die Figuren sich in Bewegung setzen, als könnten sie der Erzählerin sogar ins Wort fallen, so lebendig werden sie im Bild dieser Sprache. Das ist hohe Kunst und beweist den Reichtum dieses Buches, dem es gelingt, sich von allen Belangen der Selbstbehauptung zu lösen und einen Raum zu schaffen, in dem man als Leser tatsächlich den Eindruck hat, genauer denken, deutlicher sehen zu können. Empfindsamer zu sein. Was könnte wichtiger sein?«

– Elisabeth Wagner, taz