Dr. Weiss, der Protagonist in Lars Gustafssons letztem Roman, erlebt eine atemberaubende Reise durch Raum und Zeit.

Mit seinem Auftrag, eine mythische Eisenkrone aufzuspüren, die als Intelligenzverstärker dient und seit dem Mittelalter verschollen ist, verlässt er die lineare Zeitstruktur und befindet sich an Orten, die sowohl in der Zukunft als auch in der Vergangenheit liegen können. So gerät er etwa in einem Hilbertraum in Gefangenschaft, von der er nicht weiß, ob sie mehrere Jahre oder nur wenige Minuten angedauert hat, oder trifft in einer wüstenähnlichen Landschaft auf Zwergenwesen, die sich in mit Propellern ausgestatteten Schiffen fortbewegen. Seine Reise führt ihn dabei auch in verschlossene Landschaften, die nur durch Schamanen geöffnet werden können.
In einem zugleich leichten als auch dunklen und geheimnisvollen Ton führt Gustafsson in diesem Roman aus seinem Nachlass viele Motive und Themen seiner Autorschaft zusammen. In einem spannenden Szenario treffen Zukunft und Vergangenheit aufeinander und es eröffnen sich Räume, in denen eine Physik zutage tritt, die mit unseren herkömmlichen Vorstellungen von Welt nichts gemein hat.

Roman, 146 Seiten, Hardcover
Wallstein Verlag 2020

„Alles ist überall und nirgends.“ Was das fürs Erzählen bedeutet, kann man in diesem Buch erleben, das zwangsläufig Fragment geblieben ist. Doch das merkt man nicht, da es weder Anfang noch Ende geben kann. Dazwischen aber ist alles möglich, weil „unsere gesamte Welt sich in einer außergewöhnlich unwahrscheinlichen Grenzschicht zwischen verschiedenen physikalischen Systemen abspielt.“

Das ist exakt der Ort, an dem sich Lars Gustafsson als Denker und Erzähler am liebsten aufgehalten hat. Wer ihm dorthin folgen möchte, kann sich mit diesem Roman lustvoll in die Abgründe seiner Phantasie hineinstürzen.

– Deutschlandfunk

”It is easy to read Lars Gustafsson’s last novel as a tribute to the power of fantasy, to its ability to transcend both time and space. And I imagine, somewhere out there in this imaginary time and space, Lars Gustafsson is sitting and I suspect he is smiling as we twist and turn in a desperate attempt to understand where his last novel begins and where it ends.”

– Göteborgs Posten