Die Geschichte einer Liebe zwischen Tradition und Aufbruch

Norwegen im Jahr 1880, in einem dunklen und abgeschiedenen Tal: Die junge, wissbegierige Astrid ist anders als die übrigen Mädchen im Dorf. Sie träumt von einem Leben, das aus mehr besteht als Heiraten, Kinderkriegen und am Ende bei der Feldarbeit Sterben. Sehnt sie sich nach einem Leben mit dem jungen Pastor Kai Schweigaard? Oder entscheidet sie sich für das Neue, Unberechenbare?

Kai Schweigaard hat soeben die kleine Pfarrei mit der 700 Jahre alten Stabkirche in Butangen übernommen. Die würde er gerne abreißen und durch eine modernere, größere Kirche ersetzen. Er hat auch schon Kontakt zur Kunstakademie in Dresden aufgenommen, die ihren begabten Architekturstudenten Gerhard Schönauer schickt, der den Abtransport der Kirche nach Dresden und den Aufbau dort überwachen soll. Astrid rebelliert, denn mit der Kirche würden auch die beiden Glocken verschwinden, die einer ihrer Vorfahren einst der Kirche gestiftet hat. Man sagt ihnen übernatürliche Kräfte nach und dass sie von selbst läuten, wenn ein Unglück bevorsteht.
Astrid verliebt sich in diesen Gerhard. Er ist so anders als die jungen Männer in Butangen. Modern, weltoffen, elegant. Astrid muss sich entscheiden. Wählt sie die Heimat und den Pfarrer oder den Aufbruch in eine ungewisse Zukunft in Deutschland. Da hört sie  auf einmal die Glocken läuten …

Roman, 482 Seiten, Gebunden
Insel Verlag 2019

Mytting erzählt eine Geschichte von archaischer Kraft. Er schafft es, uns eine fremde Welt so nahezubringen, dass man glaubt, jeden geschnitzten Balken persönlich gesehen zu haben.

– Brigitte, Meike Schnitzler

Ruhige Stunden an träge fließenden Flüssen, Fliegenfischen, Gespräche, Erinnerungen, Gedanken – dieser Roman ist auch wie ein alter Teppich gewebt. Weise, traurig, klug erzählt. Nichts war früher besser. Nur anders. Menschen bescheren sich gegenseitig offenbar in guten wie in schlechten Zeiten genau den Anteil an Kummer, der gerade noch oder kaum auszuhalten ist, mit unerklärlichen Glücksmomenten dazwischen. Um genau solche handelt es sich bei der Lektüre dieses mythischen Romans.

– NDR, Annemarie Stoltenberg