Das ist eine Geschichte

Das ist eine unglaubliche und zugleich sehr deutsche Geschichte mit wahrem Hintergrund: Kaum ist die Mauer gefallen, wird ein ganzer Ort von der Vergangenheit eingeholt, und keine Gewissheit über Besitz und Recht, Gut und Böse gilt mehr.

Die kleine Salomon-Weinreb-Straße macht nach einem leichten Anstieg plötzlich eine Kehrtwende, als hätte sie es sich anders überlegt. „Wendehammer am Ende der Straße“ informiert ein Schild an der Einmündung. Die Siedlung ist auf unauffällige Art schön, man spürt die angenehme Nachbarschaft, ein entschleunigtes Leben.
Seit jedoch eine jüdische Erbengemeinschaft auf alle Grundstücke Restitution angemeldet hat, heißt es, hier werde den Leuten im Wortsinn der Boden unter den Füßen entzogen. Jeder, der eines der schlichten Häuschen besitzt, muss sich der Frage von Schuld oder Mitschuld stellen. Bilder der tot geglaubten Juden werden entworfen und Geschichten konstruiert, die zum eigenen Leben passen. So wird die Erzählung von den Folgen einer Rückforderung zur Leinwand für das lebendige Porträt einer Nachbarschaft, die ihre Sicherheit und Homogenität verliert, weil man eine moralische Lösung nur suchen, aber nicht finden kann.

Roman, 396 Seiten Seiten, gebunden
Aufbau 2014

„Auf spannungsvolle Weise zeichnet sie ein vielschichtiges Bild ost-westdeutscher Befindlichkeit.“

– Neues Deutschland

„Die Autorin findet für jeden einen eigenen Ton. (…) Der Unterboden ihres Romans sind Brandstellen und wunde Punkte der deutschen Historie.“

– Berliner Zeitung

„Mit Witz und ironischem Biss entwirft die Autorin ein Panorama der Möglichkeiten, wie Bewohner der DDR den Umbruch verarbeitet haben. (…)Kathrin Gerlof hat ein ausgeprägtes Gespür für den Zeitgeist und die Kapriolen, die er schießt.“

– Sächsische Zeitung

„Kathrin Gerlofs Roman ist eine wahre und sehr deutsche Geschichte.“

– Freie Presse

„Kathrin Gerlof hat ein Thema, das bislang vor allem die Juristen beschäftigte, zu einem großartigen Roman geformt. Der ist klug komponiert und mit langem Atem erzählt. Und nachdem das letzte Wort – das dem ruhelosen Salomon Weinreb gebührt – gesprochen ist, kann das Fazit des Lesers nur lauten: Das ist eine Geschichte!“

– Kai Agthe, Mitteldeutsche Zeitung